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Mittwoch, den 07.07.2004

......die wilde Frau lebt .......

Aktionskunst - im wahrsten Sinne des Wortes .

Hier die Entstehungsgeschichte :

--- Fotos zum Vergrößern einfach anklicken ---

...die wilde Frau lebt ....

.... nur hat sie ihren Kopf gerade ganz wo anders .....

Kunst erkennt keine - wie auch immer gearteten - Ausflüchte an !! Das habe ich jetzt erleben müssen , wo ich eigentlich gar keine Zeit für irgendwelche künstlerischen Aktivitäten habe .

Der Ausreden gibt es viele !

Sätze , die die Worte "eigentlich" , "aber" , "irgendwie" oder "vielleicht" enthalten , sind nur Ausflüchte , um nicht das tun zu müssen , was der Geist und die Kreativität verlangen !!

Da nehme ich mich persönlich - ist wohl selbstverständlich - nicht aus !!!

So wild durcheinander und eng mein momentaner Lebensraum auch sein mag - so wenig streift mich dieses selbst verursachtes Chaos . Es ist wirklich so : " Raum ist in der kleinsten Hütte " . ( siehe : Fotos , Tagebucheintrag vom 07.07.2004 )

Kreativität bricht bei mir durch , ohne Rücksicht auf Verluste . Sie kommt immer dann , wenn ich sie am wenigsten erwarte und überhaupt nicht brauchen kann !!!.

Zur Zeit küsst mich die Muse ganz besonders gehässig !!!

Ich dachte schon , ich habe sie heimlich ausgetrickst , denn mein Objekt ist ja winzigklein und die Götter übersehen es vielleicht , doch weit gefehlt .

Die Götter haben mich mit Ideen , Kreativität und künstlerischer Potenz bestraft . So gehorche ich und mache "Aktionskunst " vom Feinsten.

Egal wie , die Kunst lebt , ob ich will oder nicht !

So habe ich mir zwangsläufig ein Thema auf's Auge drücken lassen : " Autokauf im Kaffeegeschäft " Die Götter sind ja so gemein - aber ich stelle mich der Herausforderung .

Tschibo hatte da mal so eine Aktion ........... !!!

Wie ja wirklich jeder weiß : Ich stehe auf Aktionen , habe mir also so meine Gedanken gemacht ....................!

Eduscho gehört inzwischen auch zu Tschibo , da war es mit der Namensgebung für das Kunstwerk gar nicht so schwer . Ich habe meinem " Kaffeelaster " den ungewöhnlichen und schönen Namen " Tschibuschobischi " gegben . Die japanische Autoindustrie möge mir verzeihen , aber das Wort zergeht so richtig auf der Zunge !!!

...aaahhh .....Tschiiiibuschoooobischiiiiieeee . "Lecker , lecker "....., wie der Niederländer so sagt und der hat ja wirklich eine Ahnung vom Kaffeegeschäft , schon seit Jahrhunderten !!! - Zu diesem Thema müßte ich jetzt recht weit ausholen , das lasse ich mal lieber , mit Rücksicht auf den nicht interessierten Geschichtsfreund !!!

Dann doch lieber zurück zum Thema .

Das Fahrgestell meines " Renners " , ist ein Restteil aus einem " Kinder - Ü-Ei " . Der Aufbau besteht aus " zwei echten Kaffebohnen " , mit Uhu aufgeklebt . Das " Kistle " ( schwäbischer Ausdruck für kleines Auto ) fährt schnell wie die Hölle !!!! So eine gelungene Konstruktion habe ich mir gar nicht zugetraut .

Ich vermute ganz stark , daß mich der " schwäbische Erfindergeist " plötzlich und unerwartet heimgesucht hat . Dagegen sind die Götter völlig machtlos !!!

Ganz egal , was die Teststrecke von Daimler - Benz und ihre Testfahrer auf schwäbischen Autobahnen betrifft....... letztes Jahr gab es endlich mal richtig Tote..............,

meine Teststrecke war dem Temprament meines " kleinen Kaffeelasters " einfach nicht gewachsen !!!

...... .. Hier der Bericht der ersten Testfahrt .............:

Mein " Autole " war fertig und der Uhu gerade mal trocken , da habe ich es auch schon gleich auf seine erste Probefahrt geschickt . Ist nur blöd gelaufen , das Gefährt verließ völlig unplanmäßig und unaufgefordert die ursprüngliche " Teststrecke " und stürtzte über dem Tischrand ab .

Wie eine Katze auf ihre vier Pfoten , fiel mein kleiner " Tschibuschobischi " auf seine Räderchen, rollte vergnügt auf dem glatten Parkett weiter , als ob nichts passiert wäre und verlor sich schließlich in den Weiten unseres 38 qm großen Wohnzimmers .

Ein Lautes : " Oh nö.... das kann doch wohl nicht war sein ...!" , ließ den Wolfgang im Nebenzimmer aufschrecken und er stürtzte besorgt zu mir ins Wohnzimmer .

" Ist Dir was passiert ? " wollte er ganz besorgt wissen , worauf ich ihn ziemlich barsch anfegte :

" Nein , halt , stop !!..... Wolfgang bitte nicht bewegen , meine Kunst hat sich gerade verabschiedet !"

Der arme Mann blieb augenblicklich wie angewurzelt stehen . Ich erklärte ihm ganz kurz die Sachlage !! Hallalliiiieeee..... da ging die Sucherei aber los . Wolfgang und ich auf den Knien - Fernglas , statt Brille !!!

Wir fanden das entflohene Kunstwerk letztendlich doch noch - unter einem sehr schlecht zugänglichen Bücherregal .

Auf Grund dieser Erfahrungen , habe ich den künstlerischen Freiraum und den Bewegungsdrang meiner sich verselbstständigenden Kunst , ganz stark eingeschränkt . Zugegebener Maßen zu meinem größten Bedauern - Kunst braucht viel Freiheit !!!

.... aber .......eine Wiederholung - nein Danke .

Ich hätte es mir nie verziehen , wenn ich oder der Wolfgang meine kleine Kostbarkeit zertreten hätten .Möglicherweise wäre sie auch noch verloren gegangen . Was für ein schreckliches Drama , Kotz... Würg....Grins ....Schrei....!!!

Zum Teufel mit den "Wenns " und "Aber " !!! Weg ist weg . Tot ist tot ! Nur der Moment der kreativen Schöpfung zählt !

" L'art pour L'art " .... - Kunst um der Kunst willen - So soll es sein .

Hier das Ende der Geschichte , oder auch einer Vision :

Seit dieser Zeit wohnt das winzige " Kunstwerks - Kerlchen " auf einem schönen , kupferziseliertem Metallteller . Es wird durch ein umgestülptes , kurzstieliges Rotweinglas am Wegrollen gehindert . So hat die kleine Kunst zwar ein Zuhause , ist aber nicht mehr lebendig , denn ich zwinge sie dazu im Glashaus zu wohnen !!!

Es lebe die freie Kunst , ich halte sie gefangen . Schande über mich !!